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Sandsteinmuseum öffnet am Freitag wieder

07.05.2020
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Ein Blick nach vorn
Ab Freitag (8. Mai) ist das Baumberger-Sandstein-Museum wieder für die Besucher geöffnet. Auch inhaltlich kann der Blick nach vorne gerichtet werden. Unmittelbar anschließend an den Ratsbürgerentscheid im Februar 2019 startete ein bürgerschaftlich geprägter Dialogprozess, in dessen Verlauf die Entwicklungsziele und –inhalte für den Raberts Hof erarbeitet und konkretisiert wurden.
In einem Arbeitskreis mit Ratsmitgliedern, Mitarbeitern der Verwaltung, Initiatoren des Bürgerbegehrens, Vertretern der Nachbarn sowie der Pro-Kompetenzzentrum-Gruppe, mit dem Förderverein des Museums und Vertretern von Heimatverein und Marketingverein arbeiten alle gemeinsam konstruktiv an einem neuen Konzept . „In acht abendlichen Sitzungen mit intensiven Diskussionen sind wir zu einem Konsens gekommen. Das ehrenamtliche Engagement ist hier sehr hochzuschätzen“, unterstreicht Museumsleiter Dr. Joachim Eichler. Fachbereichsleiterin Monika Böse spricht von einer „Aufbruchstimmung“: „Die erarbeiteten Entwicklungsperspektiven basieren auf einem bürgerschaftlichem Engagement, das in breiten Bevölkerungsschichten verankert ist.“
„In den Sitzungen wurde Konsens erzielt, dass ein Um- und Ausbau der Sandsteinscheune zu einem hochwertigen Begegnungs- und Kulturort anzustreben ist“, erläutert der Museumsleiter. Die Sandsteinscheune ist dabei das Herzstück für die künftige Entwicklung des Hofes. Damit wird ein Ort geschaffen für Bildungs- und Kulturveranstaltungen mit bis zu 120 Besuchern. Das können Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge oder Lesungen sein. „Feiern sind nicht erlaubt“, betont Joachim Eichler. Auch die regelmäßigen Wechselausstellungen des Museums werden in der Sandsteinscheune ihren Platz finden. „Die Sandsteinscheune kann mit ihren sichtbaren Bruchstein- und Ziegelsteinwänden und der alten Balkenlage einen besonderen und stimmungsvollen Ort der Begegnung und des Austauschs bieten. Das ist jetzt schon zu erkennen“, erläutert der Museumsleiter. Damit wird in Havixbeck ein Ort geschaffen, der der Kommune und besonders den Vereinen schon lange fehlt. Bereits im Entwicklungsprozess des integrierten städtebaulichen Handlungskonzeptes wurde der Bedarf nach einem mittelgroßen und gestalterisch hochwertigen Veranstaltungs- und Kulturraum formuliert. Viele Havixbecker Gruppen wie beispielsweise die Musikschule, die Theatergruppe „Das Törchen“, der Verein KulturGut Havixbeck oder das Kulturforum Arte begrüßen die Neuinszenierung des Rabertshofes als Kulturort.
Deutlich aufgewertet wird auch die Hoffläche, die nach einer Umgestaltung als Außenveranstaltungs- und Begegnungsfläche genutzt werden soll. Über den Hof erfolgt künftig auch der Zugang zu allen Gebäudeteilen des Museums.
Der gesamte Raberts Hof wird außerschulischer Lernort. Das bedeutet: Die 1993 erbaute Remise wird als Ort der aktiven Bildhauerei genutzt. An 15 Arbeitsplätzen können Schulklassen dort künftig den praktischen Umgang mit dem Baumberger Sandstein erproben. Ein Lagerraum für Sandstein und Werkzeug wird abgesetzt, das Gebäude zur Wohnbebauung hin schallgedämmt. Auch die Sandsteinscheune wird zum Klassenraum. Dort können Schüler, die zuvor in der Ausstellung verschiedene Themen erarbeitet haben, ihre Ergebnisse schriftlich oder auch in gemalter Form niederlegen.
In der neuen Remise wird die Ausstellung zur Arbeit im Steinbruch präsentiert. Der Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum hat zugesagt, den Aufbau dieser zusätzlichen Remise mit einer Spende von bis zu 30000 Euro zu fördern.
Der Sandstein als Merkmal der regionalen Identität und Baukultur wird in der Ausstellung im Haupthaus präsentiert. Diese wird nach neuesten Erkenntnissen umgestaltet. Der bisherige Wechsel- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss wird Bestandteil der Dauerausstellung.
Für dieses Konzept fand sich im Arbeitskreis eine breite Mehrheit, wobei die Bedenken aus der Nachbarschaft zum Thema Lärm und Verkehr durch die Planung von verkehrslenkenden Maßnahmen und die Festlegung des Veranstaltungsendes auf 21.30 Uhr berücksichtigt werden sollen.
Die Kosten für die Umsetzung des neuen Konzeptes werden mit rd. 1,8 Millionen Euro veranschlagt. „Bis zu 80 Prozent dieser Summe können durch das Förderprogramm „Heimatzeugnis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werden“, erläutert Monika Böse. Aktuell werden die Fördermodalitäten im Detail mit der Bezirksregierung geklärt. „Sollten wir ein positives Signal für die Förderung erhalten, werden die weiteren Detailplanungen auch in enger Abstimmung mit der Politik zügig fortgesetzt, damit möglichst bald mit der konkreten Umsetzung des Projektes gestartet werden kann“, so Böse.

 

Sandsteinmuseum
 

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